Rengschburger Herzen – der Verein mit Herz

von Doris Biedermann

Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es“
Erich Kästner

Die Rengschburger Herzen sind in unserer Stadt der Inbegriff von Humanität und Nächstenliebe geworden. Der Verein, der im Mai 2019 gegründet wurde, hat inzwischen 130 Mitglieder. Er unterstützt in geradezu überwältigender Art und Weise bedürftige Menschen. Das sind im weitesten Sinne sozial Schwache und Obdachlose, aber auch Alleinerziehende und Menschen, die durch andere Schicksalsschläge in eine prekäre Lage geraten sind.

Wie fing alles an?

Arno Birkenfelder, dem Mann in der charakteristischen blauen Latzhose kam im Winter 2018 die Idee, Bedürftigen in Regensburg eine Freude zu Weihnachten zu machen.

Es solle eine große Veranstaltung geben – ein Benefiz-Essen für die Menschen, denen das Schicksal nicht so gewogen war. Und am 02. Dezember 2018 war es so weit. Im großen Saal im Leeren Beutel war angerichtet.

Winnie und Traudl Freisleben, selbst Gründungsmitglieder der Rengschburger Herzen und Pächter des Restaurants Leerer Beutel ermöglichten ein echtes Festmahl für ca. 200 Bedürftige. Dieses Weihnachtsfest wurde zu einer bleibenden Erinnerung für alle Beteiligten! Die Gäste saßen an weißgedeckten Tischen und wurden aufs Köstlichste kulinarisch verwöhnt. Dazu gab es ein bewegendes Kulturprogramm. Die Stimmung hätte nicht besser sein können. Dazu gab es Sachspenden und Geschenkgutscheine für die Gäste – so dass am Ende des Abends jede*r mit dem eigenen kleinen Weihnachtsgeschenk nach Hause gehen durfte.

2019 wurde das Weihnachtsfest im Leeren Beutel wiederholt. Es kamen noch mehr begeisterte Gäste und die Geschenke stapelten sich im Foyer des Leeren Beutels. Im nächsten Jahr werde man sich wieder sehen, war der Plan.

Doch wie wir alle wissen, war 2020 ein Jahr, das jegliche Pläne ignorierte. Also musste Arno Birkenfelder umdenken und schnell reagieren. Und so organisierte er mit seinem Team mitten in der Pandemie ein Fest für Schutzbedürftige. Er lud ein und verteilte kurzerhand warmes Essen und Geschenke auf seinem Firmengelände. Vor der Cascada Autowerkstatt bildeten sich innerhalb kürzester Zeit lange Schlangen und trotzdem wurden alle satt – und das unter Einhaltung aller damaliger Hygienevorschriften.

Nun wünschen sich die Rengschburger Herzen, dass die Weihnachtsfeier dieses Jahr wieder im Leeren Beutel stattfinden darf.

Arno Birkenfelder – der Mann mit dem großen Herz, das für alle schlägt, die Hilfe brauchen.

Arno Birkenfelder, gebürtiger Regensburger, bezeichnet sich gerne selbst als „Autodandler“. Ein Autohändler, dessen Herz aber eben nicht „nur“ für Autos (und seine Frau Monika) schlägt, sondern mehr und mehr für Menschen „die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“.
Er glaubt selbst, dass er eine aussterbende Art ist. Bei ihm gilt der Handschlag noch etwas, ein Versprechen. „Wenn ich etwas versprochen habe, dann halte ich das. Egal, was mich das kostet, egal, was davon abhängt.“

Arno Birkenfelder „im Einsatz“
Die guten Taten

Den mobilen Gabentisch, der sich aus dem Weihnachten 2018 „weiterentwickelt“ hat, gibt es im übrigen immer noch:

Wann immer die Rengschburger Herzen wieder eine große Spende bekommen, gibt es einen Rundruf, die gute Nachricht wird in den Sozialen Medien verbreitet, der lange Tisch wird „gedeckt“ und alle kommen! Oder umgekehrt: Ein Notruf kommt, ein Rundruf tut kund davon und Hilfe ist in Sicht!

So schnell und unbürokratisch kann das nur Arno Birkenfelder mit seinen vielen ehrenamtlichen Helfer*innen.

Dazu gehören nicht nur ein großes Herz und Einfallsreichtum, sondern vor allem ein großes Netzwerk, durch das man die Ideen in Taten umsetzen kann. Außerdem muss man wissen, wo was am dringendsten gebraucht wird. Dafür haben die Rengschburger Herzen ein besonderes Gefühl und sie haben ein Netzwerk aufgebaut, um die Nöte und Sorgen ihrer Gäste zu kennen.

Birkenfelder steht in Verbindung mit Streetworkern und Hilfsorganisationen und kennt alle Schutz-Unterkünfte für obdachlose Menschen. Die Spenden kommen größtenteils von Lebensmittel-Herstellern und Händlern, denen bei der coronabedingten Schließung von Gastro und Großküchen natürlich viel Ware übrig bleibt. Auch diese vielen Lieferanten halfen schnell und unbürokratisch

Die Pandemie und ihre Folgen für Bedürftige

Die Schließung der Gastronomie durch die Staatsregierung im März 2020 rief in Regensburg noch eine andere Art der Solidarität auf den Plan. Nachdem aus Hygienegründen erst die Fürstliche Notstandsküche, später auch kurzzeitig die Tafel und dann auch noch die Notstandsküche des Strohhalms schließen musste, schlossen sich im März Mitglieder der Bruecke mit diesen Hilfsorganisationen kurz und gründeten die „Gastfreundschaft hilft“ Gruppe. Sie wollten den Menschen helfen, denen es es jetzt noch schlechter ging als vor Corona. Viele Köche und Gastronomen taten sich zusammen und kochten an vier Tagen der Woche bis zu 250 warme Essen pro Tag und verteilten die Mahlzeiten und kleine Geschenktüten für die Bedürftigen vor Marple und Stringer am Bismarckplatz.

Natürlich war auch Arno Birkenfelder mit dabei – und so war im Handumdrehen eine riesengroße Solidargemeinschaft in Regensburg entstanden. Jeder half jedem und jeder nach seinen Möglichkeiten.

Die große Helfer-Familie

Das sind die vielen Menschen, die Arno Birkenfelder ehrenamtlich mit Begeisterung zur Seite stehen – um ihn bei seinen Hilfsaktionen zu unterstützen. Sie sind mit Begeisterung Teil dieser Rengschburger Herzen, weil es ihnen wichtig ist und weil sie sich gut dabei fühlen.

Was wünscht sich Arno Birkenfelder?

Was wünscht er sich für diese Welt, für unsere Gesellschaft? „Dass sich die Solidarität, die durch die Corona-Krise entstanden sei, erhalten lässt“. „Diese Krise“, meint Arno, brauche kein Mensch. „Wenn aber mehr Leute ein bisschen mehr so wie er denken könnten, nur ein bisschen, das wäre doch etwas“. Und ein Beispiel hat er auch schon gleich parat: „Einfach einmal jemanden fragen, ob man ihm helfen könne. Ein nettes Wort, das Gespräch mit einem suchen, der vielleicht nicht so toll angezogen sei wie man selber. Oder diesem Menschen einen Fünfer zustecken, das tue nämlich nicht weh. „Und wenn es jemand dicker hat, darf es auch mehr sein. Der könnte dann doch Folgendes tun: jemanden zu seinem Auserwählten des Monats machen und ihm einen Zwanziger, einen Fünfziger oder vielleicht sogar einen Hunderter geben. Wenn das ein paar tausend Leute machen, da haben wir doch schon etwas erreicht. Das wäre ein Projekt, dazu würde ich gerne anstacheln.“

Natürlich macht sich Arno Birkenfelder auch wegen der derzeitigen Kälte große Sorgen um „seine“ Obdachlosen. Da ist warme Kleidung gefragt und da kann er dank seines Netzwerkes auch mal ganz schnell mit einem Ofen helfen! So ist er, der Arno!

Ihr möchtet auch helfen? Spendet an die Rengschburger Herzen!

Rengschburger Herzen e. V.
Raiffeisenbank Regensburg-Wenzenbach
IBAN: DE74 7506 0150 0000 4011 88
BIC: GENODEF1R02

Jeder Euro geht eins zu eins an Menschen in Not.

Weitere Infos unter:

https://rengschburgerherzen.de/

https://www.facebook.com/rengschburgerherzen/

Ein Kommentar

  1. Wahre Worte. Der Mann mit dem riesengroßen Herz.

    Auch ich habe mit Hornung, sowohl als Firma als auch als Familie schon die ein oder andere Sache mit den Herzen gewuppt bekommen. Dank geht an Doris für den schönen Artikel.

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